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Tag des offenen Denkmals 2026

Museumsinsel Berlin

Zwei Tage, mehr als 350 Denkmale, rund 1.000 Veranstaltungen – und einige der spannendsten liegen direkt um die Ecke. 

Berlin kann am Tag des offenen Denkmals schnell zum Großprojekt werden. Am 12. und 13. September 2026 öffnen in der ganzen Stadt mehr als 350 Denkmale ihre Türen, rund 1.000 Veranstaltungen stehen auf dem Programm. Führungen, Gespräche, Baustellenbesichtigungen, Architektur, Kunst – theoretisch könntest du das ganze Wochenende kreuz und quer durch Berlin fahren. 

Musst du aber nicht. 

Denn rund um den Potsdamer Platz liegen einige besonders spannende Orte so dicht beieinander, dass ein paar bequeme Schuhe vollkommen ausreichen. Und das diesjährige Motto „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“ passt kaum irgendwo besser als hier: Bahnhöfe, Kulturhäuser, Kirchen, Botschaften und ein Platz, der selbst wie kaum ein zweiter für Berlins ständigen Wandel steht.

 

Erst der Überblick, dann die Details 

Bevor es hinein in sonst verschlossene Räume und hinter historische Fassaden geht, lohnt sich ein Perspektivwechsel. Vom PANORAMAPUNKT im Kollhoff-Tower liegt das Gebiet, das du gleich zu Fuß erkundest, praktisch vor dir. 

In nur 20 Sekunden geht es auf rund 100 Meter Höhe. Von der 24. und 25. Etage reicht der Blick über den Potsdamer Platz, den Tiergarten und das Kulturforum bis weit hinein in die Stadt. Die Philharmonie lässt sich von hier oben ebenso entdecken wie die Richtung zum Anhalter Bahnhof. Berlin wirkt plötzlich erstaunlich kompakt. 

Und genau das ist es an diesem Wochenende auch. 

 

Philharmonie: das Klangschiff von innen 

Man kennt ihre goldene Fassade. Man erkennt ihre ungewöhnliche Silhouette sofort. Aber wer die Philharmonie nur von außen gesehen hat, kennt eigentlich erst die halbe Geschichte. 

Die 1960 bis 1963 erbaute Philharmonie ist nicht nur ein Konzerthaus, sondern eine Architekturikone, die den demokratischen Neubeginn nach dem Zweiten Weltkrieg verkörpert. Am Sonntag, den 13. September, öffnet sie im Rahmen des Denkmalwochenendes für Einblicke in Architektur, Akustik und die Geschichte der Berliner Philharmoniker. 

Für die jüngsten Gäste gibt es das „Klangschiff“ – eine kindgerechte Entdeckungstour durchs Haus, um 13.30, 15 und 16.30 Uhr, Treffpunkt Haupteingang (Herbert-von-Karajan-Str. 1). Eine Voranmeldung ist nicht möglich, die Plätze werden vor Ort vergeben. Wer früh da ist, sichert sich seinen Platz – ausnahmsweise mal keine übertriebene Berliner Vorsicht, sondern eine ziemlich gute Idee. 

 

St. Matthäus: noch ein Blick von oben – nur ganz anders 

Zwischen Philharmonie, Neuer Nationalgalerie und Gemäldegalerie kann man sie fast übersehen: die St.-Matthäus-Kirche. Gerade deshalb gehört sie zu den schönsten Entdeckungen auf dieser Route. 

Friedrich August Stüler entwarf die Kirche, 1846 wurde sie eingeweiht – als eine seiner schönsten Kirchenbauten gerühmt. Zu den Gemeindemitgliedern zählten einst die Brüder Grimm und der Arzt Rudolf Virchow. Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde sie 1956–1960 originalgetreu wiedererrichtet, im Inneren jedoch ganz im Stil der 1960er-Jahre gestaltet. Am Denkmalwochenende ist die Kirche Samstag und Sonntag jeweils von 11 bis 18 Uhr geöffnet.  

Besonders passend nach einem Besuch des PANORAMAPUNKTS: die Turmführung „Das Kulturforum vom Turm der St. Matthäus-Kirche“ am Sonntag um 13, 13.30 und 14 Uhr (jeweils 30 Minuten, Treffpunkt Eingang, keine Anmeldung nötig). Von dort lässt sich das Kulturforum aus einer Perspektive betrachten, die selbst viele Berlinerinnen und Berliner nicht kennen – ein zweiter, ganz anderer Blick von oben, diesmal nicht auf 100, sondern auf einer wesentlich intimeren Höhe. 

Um 14.30 Uhr führt außerdem der Stüler-Experte Dr. Gerd Kley durch die wechselvolle Baugeschichte der Kirche, und im Kirchenraum selbst zeigt der Künstler Heinz Mack anlässlich seines 95. Geburtstags seinen neuen Werkzyklus „Spectrum Mundi“. 

 

Italienische Botschaft: die Tür, die normalerweise geschlossen bleibt 

Beim Tag des offenen Denkmals sind schöne Gebäude eine Sache. Wirklich spannend wird es dort, wo man normalerweise überhaupt nicht hineinkommt. 

Die Italienische Botschaft in der Tiergartenstraße ist genau so ein Ort. Das Landesdenkmalamt zählt sie 2026 ausdrücklich zu den Orten mit besonders seltenen Einblicken. Geplant sind Führungen durch das Gebäude – allerdings in der Regel mit vorheriger Anmeldung und begrenzten Plätzen. 

Wer keinen Platz mehr ergattert, muss trotzdem nicht verzweifeln: Der nächste spannende Ort liegt schon in Richtung Kreuzberg. 

 

Anhalter Bahnhof: der Bahnhof, der fast verschwunden ist 

Heute stehen am Askanischen Platz nur noch Fragmente. Umso schwerer ist es, sich vorzustellen, welche Dimension dieser Ort einmal hatte. 

Der von Franz Schwechten entworfene Anhalter Bahnhof wurde 1880 eröffnet und war damals die größte Bahnhofshalle auf dem europäischen Festland – ein Bau aus gelben und roten Klinkern, der als Höhepunkt der Berliner Backsteinarchitektur galt. Nach Zerstörung 1945, Stilllegung 1952 und Abriss 1960 blieb nur die Unterfahrt am Askanischen Platz erhalten. Die Ruine des Portikus wirkt heute fast wie eine überdimensionale Theaterkulisse – dahinter steckt eine der großen Berliner Geschichten von Mobilität, Wachstum und Verlust. 

Am Samstag um 13 Uhr führt eine App-unterstützte Tour („Anhalter Bahnhof Revisited“, mitentwickelt für das Deutsche Technikmuseum) entlang der ehemaligen Gleisanlagen bis zum früheren Betriebswerk – heute Teil des Deutschen Technikmuseums. Treffpunkt ist die Ruine des Portikus am Askanischen Platz. Passender könnte ein Programmpunkt zum Motto „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“ kaum sein. Im Anschluss lässt sich optional gemeinsam die Ausstellung „Eisenbahn: Revolution und Alltag“ im Technikmuseum besuchen. 

 

Sonntag wird das Kulturforum zum Architektur-Festival 

Wer seine Schritte lieber zählt als seine U-Bahn-Stationen, sollte den Sonntag rund um das Kulturforum verbringen. Denn parallel zum Tag des offenen Denkmals findet hier zum fünften Mal das Kulturforumsfest „Ein Tag im Grünen“ statt – 2026 mit dem passenden Themenschwerpunkt Architektur.  

Die Häuser des Kulturforums, selbst Architektur-Ikonen, präsentieren Führungen, Vorträge, Workshops und Ausstellungen. Auf dem Scharounplatz sorgen von 11 bis 19 Uhr Musik und kulinarische Angebote für Pausen zwischen den Programmpunkten – wahrscheinlich einer der wenigen Orte, an denen eine Kaffeepause selbst zum Höhepunkt eines Architektur-Spaziergangs wird. 

Damit werden Philharmonie und St.-Matthäus-Kirche nicht zu zwei isolierten Stopps, sondern zu Teilen eines ganzen Rundgangs. Genau das macht diese Ecke am 13. September besonders interessant. 

 

Zwei Tage, zwei kleine Routen 

Der Samstag gehört den Orten, die sonst schwer zugänglich sind, und der Geschichte der Berliner Infrastruktur. Wer einen bestätigten Platz für die Italienische Botschaft hat, beginnt dort und zieht anschließend Richtung Anhalter Bahnhof weiter. 

Am Sonntag ist das Kulturforum die bessere Bühne. Starte mit dem Blick vom PANORAMAPUNKT, geh anschließend hinüber zur St.-Matthäus-Kirche und such dir danach eine der kostenlosen Führungen in der Philharmonie aus. Dazwischen bleibt genügend Zeit, beim „Tag im Grünen“ einfach einmal ohne festen Plan über den Scharounplatz zu treiben. 

Das Schöne daran: Du musst Berlin an diesem Wochenende nicht vollständig gesehen haben. Das schafft ohnehin niemand. 

 

Das Kleingedruckte, das dir den Spaziergang rettet 

Das Berliner Programm wird bis zum Denkmalwochenende laufend ergänzt und aktualisiert. Die meisten Angebote sind kostenfrei, bei stark gefragten Führungen können jedoch Anmeldung oder begrenzte Teilnehmerzahlen eine Rolle spielen. Vor dem Losgehen lohnt deshalb ein letzter Blick ins aktuelle Onlineprogramm unter berlin.de/denkmaltag. 

Und wenn zwischen zwei Denkmalterminen plötzlich eine Stunde frei wird? Dann weißt du, wo du sie verbringen kannst: 100 Meter über dem Potsdamer Platz, mit Kaffee, Berlin und dem ziemlich angenehmen Gefühl, die nächsten Ziele schon von oben gesehen zu haben. 

Sichere dir hier dein Ticket für den PANORAMAPUNKT und starte deine eigene Entdeckungstour! 

PANORAMAPUNKT, Potsdamer Platz 1. Aussichtsplattform täglich 10 bis 19 Uhr, letzte Auffahrt um 18.30 Uhr. 

Häufig gestellte Fragen

 

Wann findet der Tag des offenen Denkmals 2026 statt? 

Bundesweit am zweiten Septemberwochenende – in Berlin am Samstag, 12. September, und Sonntag, 13. September 2026. 

Was ist das Motto in diesem Jahr? 

„NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“ – der Fokus liegt auf Bauwerken, die Verkehr, Versorgung und Austausch zwischen Menschen ermöglichen. 

Muss ich mich für die Führungen anmelden? 

Das ist unterschiedlich: Die Turmführung der St.-Matthäus-Kirche und die App-Tour am Anhalter Bahnhof sind ohne Anmeldung zugänglich, für die Italienische Botschaft ist in der Regel eine vorherige Anmeldung mit begrenzten Plätzen nötig. Details findest du im offiziellen Programm auf berlin.de/denkmaltag. 

Ist der Eintritt kostenlos? 

Ja, der Großteil der Veranstaltungen zum Tag des offenen Denkmals ist kostenfrei. 

Kann ich alle vorgestellten Orte an einem Tag besuchen? 

Philharmonie, St.-Matthäus-Kirche, Italienische Botschaft und Anhalter Bahnhof liegen alle in fußläufiger Entfernung zueinander und lassen sich bequem zu einer Route rund um den Potsdamer Platz verbinden – am besten aufgeteilt auf Samstag (Infrastruktur & seltene Einblicke) und Sonntag (Kulturforum-Rundgang).

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